Erstellt am Dienstag, 29. Januar 2008 16:00
Geschrieben von Susanne Thäsler

Fachbereich Kunst Fritz-Karsen-Schule BerlinTransit Zone

Ein Kunst-Projekt von der Künstlerin Ricarda Schuh, mit der Künstlerin Bärbel Rothhaar und den Basiskursen Kunst der 11. Jahrgangsstufe von Susanne Thäsler-Wollenberg und Heinz Wolpert.

Kunstunterricht einmal anders! Die Frage "Was ist Kunst" stand am Anfang dieses mehrmonatigen Kunstprojektes. Wir begannen mit einem Wortspiel und stellten den Künsterinnen Aufgaben, um zu sehen, wie aus Worten Kunst werden kann. Die Ergebnisse durften wir uns in ihren Ateliers ansehen. Anschließend kamen die Künstlerinnen zu uns und arbeiteten mit uns in der Schule. In Gruppen entwickelten wir Konzepte, die uns zu eigenen Kunstwerken führten. Am Präsentationstag zeigten wir insgesamt 13 Installationen und Performances, die von der Schulöffentlichkeit besucht wurden. Viele Gästen stellten nun an uns die Frage "Ist das Kunst?" Im Abendblatt erschien ein längerer Artikel über unsser Projekt.

Intention und Ergebnis dieses interdisziplinären Kunst- und Vermittlungspprojektes bewertet Ricarda Schuh in einem Fazit folgendermaßen (Auszug):

Stichworte werden Kunstwerke

TransitZone startete mit einer Videobotschaft an die Schüler/innen, in der ich eine assoziative Wortspielaufgabe als Performance darbot. Bärbel Rothaar initiierte ein assoziatives Schreibspiel. Ziel war es, Stichworte zur künstlerischen Umsetzung zu erhalten. Die Ergebnisse wurden uns per Post zurück gesendet. Es folgte der Besuch der Jugendlichen in unseren Arbeitsräumen, in denen sie "live" einen professionellen Gestaltungsprozess auf der Grundlage ihrer Stichworte erlebten. Ein Risiko, das wir bewusst eingingen, war, nicht mit fertigen Umsetzungen aufzuwarten. Wenn wir den Prozess zur Kunst begreifbar machen wollen und Kunst auch für Schüler/innen als "machbar" erfahrbar machen wollen, müssen wir uns selbst der Situation des "öffentlichen Stammelns" aussetzen, wie es am Anfang eines jeden künstlerischen Prozesses der Fall ist. Dies ist gleichzeitig das Risiko, das wir anschließend den Jugendlichen zumuteten. Uns auf die gleiche Situation bewusst einzulassen, bewirkte später in der Begleitung der Jugendlichen eine hohe Sensibilität, Zurückhaltung und Ernsthaftigkeit.

In meinem Probenraum hatten Schüler/innen eine erste Berührung mit der Möglichkeit, über Bewegung und den Körper im Handeln etwas auszudrücken. Sie arbeiteten u.a. choreografisch über ihren Stichwortsatz: "Schwarz und Tränen sind Ausdruck von Trauer". Sie sahen meine Umsetzung des Satzes: "Nachts fand ich im Schlafwandeln Erfüllung." Im Treppenhaus des Ateliers von Bärbel Rothhaar hing ein Eisblock mit einem eingefrorenen roten Schuh über einer Wanne mit brennenden Kerzen. Schüler/innen erkannten ihre Stichworte "rot-Feuer-Eis" als Versuchsaufbau für die Frage: "Welche Kraft - Feuer oder Eis - wird gewinnen?" Die Stichworte "Elefantenrüssel-Afrika-sanftmütig" mündeten in einer performativen Aktion vor der Videokamera: Die Schüler/innen streiften sich farbige Strumpfhosen über die Arme und neckten sanftmütig mit den "Rüsseln" die im Afrika-Buch blätternde Künstlerin.

Mehr Bilder gibt es in unserer Fotogalerie zu sehen: Zur Galerie...

Fünf Aspekte, die wir als Erfolg werten

Fritz-Karsen-Schule

Performance von Frau Schuh im Schaukasten
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Aufbau eines Kunstwerkes: Installation "Socken, Chaos, Ordnung" von Paul und Fabian
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Evgenij und Allaa setzen sich einem zeitgenössischen Thema auseinander: "Geld-Gier-Geiz" In den Tüten sind Geldstücke und Zitate.

Fritz-Karsen-Schule Berlin