Samstag, 24. Juni 2017

Jahrgangsübergreifendes Lernen

Gemäß Schulgesetz § 7 findet der Unterricht der Schulanfangsphase jahrgangsübergreifend statt (umfasst die Klassenstufen 1 und 2 bei vorgezogener Schulpflicht auf 5 Jahre und 6 Monaten, bzw. als Antrag ab 5 Jahre). Die Schulkonferenz der Fritz-Karsen-Schule hat beschlossen das jahrgangsübergreifende Lernen in zwei Altersstufen auf die Jahrgänge 1 bis 3 und 4 bis 6 zu erweitern. Gründe für die Erweiterung des JüL-Konzepts auf drei Jahre finden Sie in dem gleichlautenden Artikel dieser Rubrik.

Was soll die Altersmischung bewirken? Jedes Kind erlebt sich in seiner Schulzeit als "klein" und "groß" und wird diesen Rollenwechsel ein zweites Mal erleben, wenn es von der unteren Stammgruppe in die obere wechselt. Die Altersmischung kommt dem Bedürfnis der Kinder entgegen sich an Vorbildern zu orientieren und durch Nachahmung zu lernen.

Die Kinder einer Stammgruppe haben einen unterschiedlichen Wissensstand und verschiedene Interesssen. Jeder kann neugierig auf das Wissen der anderen sein und für sich neue Interessen entwickeln. Auch Einzelkinder müssen sich mit verschiedenen Altersgruppen auseinandersetzen (ähnlich wie bei Geschwistern in der Familie). Die Schulanfänger lernen von Anfang an in einer erfahrenen Gruppe die Regeln des Zusammenlebens.

Helfen und Sich-Helfen-Lassen sollen selbstverständlich werden. An Stelle von Konkurrenz tritt Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen und Rücksichtsnahme. Es ergeben sich immer neue Chancen für Freundschaften und Beziehungen. Ein Kind hat die Möglichkeit aus einer bestimmten "Rolle" herauszukommen, z.B. der des Klassenclowns oder des Außenseiters.

Auch ein sehr leistungsstarkes Kind erlebt die Situation, dass ein anderes Kind mehr kann als es selber. Leistungsstarke Schüler können problemlos den Stoff der höheren Klassenstufe ausprobieren und entscheiden, ob sie dort grundsätzlich mitarbeiten wollen.

Ein "Überspringen" oder ein "Schnelllauf" durch die Grundstufe ist so möglich, ohne dass grundsätzlich die Bezugsgruppe gewechselt werden muss. Ebenso kann ein Kind ein viertes Jahr in seiner Stammgruppe verbleiben, also ein Schuljahr wiederholen, ohne seinen sozialen Rahmen total ändern zu müssen.