Freitag, 26. Mai 2017

Pädagogische Schulentwicklung

Die Schüler sind heute nicht schlechter als früher, sie sind nur anders! Die stoffbezogene Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit vieler Schüler hat unter dem Einfluss des alltäglichen Medienkonsums erheblich abgenommen. Von daher ist ein Unterricht mit vorherrschend auf den Lehrer zentrierten und darbietenden Methoden mehr und mehr in Frage gestellt. Das bedeutet, dass diese veränderte Schülerschaft veränderte Lehr- und Lernmethoden erfordert.

Erforderlich ist diese Änderung aber nicht nur deshalb, weil sich die Schüler verändern, sondern neue Anforderungen werden in zunehmendem Maße auch durch die veränderte Berufswelt gestellt. Das Stichwort »Schlüsselqualifikationen« ist in aller Munde. Gefordert werden Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Kreativität, Eigeninitiative, Verantwortungsgefühl, Planungs- und Organisationskompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit.

Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 90% der Jugendlichen nur dann optimal lernen, wenn die Aneignung von Wissen und Fähigkeiten auch und häufig vowiegend auf praktisch anschaulichem Wege und selbständig erfolgt.

Eltern machen an ihrem Arbeitsplatz die Erfahrung, dass das Wissen immer schneller veraltet - in der Informationstechnologie beträgt die Halbwertszeit des Wissens inzwischen ca. ½ Jahr. Und deshalb ist ein lebenslanges selbständiges Lernen erforderlich. Für die Schüler gilt es also das Lernen zu lernen und für die Lehrer das Lernen zu lehren. Das neue Haus des Lernens stellt ein Konzept dar, das sich diese Anforderungen zum Anliegen macht und hierfür praktikable Wege anbietet.

Im Jahr 1999 wurde im Berliner Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (BIL) das Berliner Projekt »Pädagogische Schulentwicklung« ins Leben gerufen, das auf Ideen und Konzepten von Heinz Klippert beruht. Für die Pilotphase des Projektes wurden vier Berliner Schulen ausgewählt, darunter als einzige Gesamtschule die Fritz-Karsen-Schule. Bis heute hat die überwiegende Mehrheit des Kollegiums eine praktische Fortbildung durchlaufen.

Merkmale des Projektes sind:

  • Bildung von Klassenteams
  • Systematische Qualifizierung dieser Teams
  • Methodenzentrierte Elternveranstaltungen
  • Gezielte Trainingswochen mit Schülern
    • 5./6. Klasse: Einstieg in Kommunikationstraining und Teamentwicklung
    • 7. Klasse: Sockeltraining Methoden- und Kommunikationstraining
    • 8. Klasse: Sockeltraining Teamentwicklung
    • 11. Klasse: Training von Arbeits- und Präsentationstechniken im Hinblick auf das Abitur
  • Konsequente Methodenpflege im Fachunterricht

Unser Ziel ist es, den Schülern mehr zuzutrauen und zuzumuten! Wir müssen sie also im eigenverantwortlichen Arbeiten (EVA) verstärkt fordern und fördern!

Literatur:

  • Klippert, Heinz: Pädagogische Schulentwicklung: Planungs- und Arbeitshilfen zur Förderung einer neuen Lernkultur. Beltz, 2008.
  • Klippert, Heinz: Grundschule: Methodenlernen in der Grundschule / Kommunikations-Training / Teamentwicklung im Klassenraum. 3 Bde. Beltz, 2008.
  • Klippert, Heinz: Sekundarstufe: Methoden-Training / Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen / Kommunikations-Training / Teamentwicklung im Klassenraum. 4 Bde., Beltz, 2008.
  • Klippert, Heinz: Planspiele: 10 Spielvorlagen zum sozialen, politischen und methodischen Lernen in Gruppen. Beltz, 2008.
  • Klippert, Heinz: Methoden-Training - Übungsbausteine für den Unterricht. Beltz, 2002.
  • Klippert, Heinz: Pädagogische Schulentwicklung: Planungs- und Arbeitshilfen zur Förderung einer neuen Lernkultur. Beltz, 2008.
Literatur von Heinz Klippert im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.