Dienstag, 28. Februar 2017

Fachbereich Kunst Fritz-Karsen-Schule Berlin1. Preis beim Wettbewerb der Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.

Am 06.12.2912 wurde einem Kunstwerk unserer Schule der 1. Preis beim Wettbewerb der Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. verliehen. Titel der Ausschreibung war in diesem Jahr "Projekt Zukunft Stadt: die Stadt als Organismus"

Teilnehmende Schüler: insgesamt ca.20 Schüler des 7., 8. und 9. Jahrgangs, stellvertretend waren bei der Preisverleihung anwesend:
7. Jahrgang: Paula Kowalewska, Lilith Hul, Avesta Schiefer, Kai Schibille, Mendy Erdmann, Roxana Erdmann
8. Jahrgang: Alexander Kluge
9. Jahrgang: Julia-Maria Dreher, Marvin Özdal, Julien Incisoy, Alicia Peschel

Betreuende Lehrer: Susanne Thäsler-Wollenberg, Juergen Einbacher, Thilo Amin

Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Die Ausschreibung
Das Motto der Ausschreibung und auch die fachkundige Jury stellten eine große Herausforderung dar. In der Jury waren u.a. Nele Hertling, Vizepräsidentin Akademie der Künste, Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorsitzender Stiftungsrat Stiftung Charité, Dr. Claudia Nothelle, Programmdirektorin Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und noch viel andere erfolgreiche Personen.

Einen ganzen "Organismus" darzustellen, erscheint ganz und gar unmöglich, wenn man sich die Komplexität einer Stadt mit all ihren Bezügen vor Augen hält. Menschen, Wohnungen, Versorgung, Straßenverkehr, Abwässer, Friedhöfe, Parks, Reiterhöfe - die Liste ist endlos und jeder kennt nur einen Ausschnitt.

Die Ausschreibung sah eine Sparte für bildende Künstler und eine Sparte für Schulen vor. Es hatten sich insgesamt 70 Schulen in Berlin für den Wettbewerb angemeldet. Nach Ablauf der zweimonatigen Arbeitszeit mussten ein Foto und das Konzept eingereicht werden. Aus den eingesandten 40 Beiträgen wählte die Jury 10 für die Endrunde aus. Wir waren dabei!

Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Der Arbeitsprozess
In allen Gruppen wurden nach einleitenden Gesprächen erste Skizzen gefertigt. Insbesondere die Schülerinnen der 7. Klassen zeigten in ihren Zeichnungen eine so umwerfende Kreativität, dass diese die Grundlage für weitere Ideen bildeten und bald die ersten plastischen Objekte gefertigt wurden. Es war für alle Schüler wichtig, dort bereits frei arbeiten zu können - ohne steuernde Eingriffe seitens der Lehrkräfte, um das auszudrücken, was ihnen persönlich an der gegebenen Aufgabenstellung wichtig war und als Bildvorstellung auftauchte. Wahlweise allein oder in Gruppen entstanden Bilder, Objekte und Collagen - je nach Vermögen und Ideenreichtum.

Die Einzelobjekte wurden zu Clustern zusammengestellt und nach und nach ergänzt. Schließlich musste aus der Vielzahl von kleinen und großen Bildern und Objekten eine Auswahl getroffen werden, um die Teile ästhetisch und inhaltlich aufeinander abzustimmen. Es entstanden in gemeinsamer Arbeit Fotos, mit denen ausprobiert wurde, was zusammen passt. Nach und nach ergaben sich neue Bilder, mehr und mehr Dinge entstanden und die Stadt wuchs zu einem Objekt, das jedoch bald zu klein wurde. Also entstand ein zweites Objekt, das weitere Ideen aufnahm. Die Form war dabei eher zufällig, eine große Pappe, die herumstand, die Fliesenkartons der frisch sanierten WCs, vergessene Schachteln verwandelten sich nach und nach in Straßen, Häuser, Läden, Parks und Bahnen.

So entstand die Arbeit mit dem Titel "Umeinander, Miteinander"
Der Schwerpunkt ist das soziale Leben in der Stadt als Miteinander sowie der Ausblick auf einen möglichen Platz in dieser Welt und die allmählich beginnende Identifikation der Jugendlichen mit ihrem Lebensort.

Die Arbeit besteht aus drei Teilen:

  • einem ein ca. 160cm x 180cm x 30cm großen Relief, auf das plastisch collagiert wurde
    Material: Sperrholz, Pappe, div. Collagematerialien, Solarzellen

  • einem freistehenden Objekt auf dreieckigem Grundriss (60cm x 60cm x 80cm x 230cm)
    Material: Pappe

  • einem freistehenden Objekt (60cm x 40cm x 70cm), der "Krachmachermaschine"
    Material: Holz, Metall, Elektroinstallation

Konzept
Im Hinblick auf die Aufgabenstellung des Wettbewerbes ist die Stadt für die Jugendlichen ein noch kaum greifbares Phänomen, welches seine Komplexität erst allmählich freigibt und in der sich der häusliche Schutzraum um die Fixpunkte Schule, Konsumwelten und theatralisches Straßenleben allmählich erweitert. Die Stadt ist medial und das globale Dorf findet zunächst im Kinderzimmer statt.

Der Begriff des "Organismus" führt in die Abstraktion einer unwirklichen, teils trivialen, teils noch offenen, originellen Wunschwirklichkeit, die ihren realen Kern in alltäglichen Erfahrungen mit den chaotischen Prozessen des Stadtlebens hat. Die Utopie sieht Lebenswertes vor: den Park, den verträumten Ort, die eigene Wohnzelle, die Intimität erlaubt und Geborgenheit schenkt. Aber auch Ängste werden formuliert, Konflikte und Gewalt, Katastrophales, Verletzliches. So entwickelte sich ein prozesshaftes, plastisches Werk, in der sich die Vielfalt der Aspekte zu überraschenden Szenerien ergänzen.

Jeder der beteiligten Schüler fertigte Teile, die seine Beziehungen zu den Begrifflichkeiten des Wettbewerbes definieren. Durch In-Beziehung-Setzen zu den Teilen der anderen Schüler ergänzen sich die Bildideen zu einem geschlossenen, überraschenden und authentischen Abbild von Lebenswirklichkeit und Utopie. Indem zwei der Objekte in direkter ästhetischer Beziehung stehen, ergibt sich für den Betrachter eine begehbare Installation, die durch ein drittes Objekt, die "Krachmachermaschine" ergänzt wird. Dieses Objekt kann Geräusche hervorrufen und vom Publikum bedient werden. Es basiert auf dem Prinzip der Nähmaschine mit manuellem Fußantrieb, es hat somit auch eine geschichtliche Dimension und repräsentiert den Aspekt der Arbeit. Veränderung ist laut und eine Stadt ohne Geräusche gibt es nicht.

Aufbau
Das Kunstwerk erforderte aufgrund der Größe einen Transporter, den uns das Bezirksamt zur Verfügung stellte. Am vorgesehenen Ort, der Schwimmhalle an der Landsberger Allee, gibt es eine Galerie, von der aus man zu den Zuschauerplätzen kommt, wenn Schwimmwettbewerbe ausgetragen werden. Dort wurden alle Kunstwerke angeliefert und hektisch aufgebaut. Wir sahen dort auch die "Konkurrenz", sehr interessante Werke, die teilweise Film- und Fotopräsentationen einbezogen und sich sehr überlegt mit dem Thema auseinander gesetzt hatten.

Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Preisverleihung
Am Abend des 6. Dezember war es dann endlich soweit! Die Beiträge standen nebeneinander, die Werke von 10 Schulen und 10 Künstlern. Eine Musikgruppe sorgte für Stimmung, es gab freie Getränke und die Arbeiten wurden durch Reden gewürdigt. Die Spannung stieg, als nach fast zwei Stunden die Preisträger bekannt gegeben wurden - 3.Platz das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, 2. Platz die Nelson-Mandela-Schule und 1. Platz die Fritz-Karsen-Schule! Wir konnten es nicht glauben! Der Jubel war groß und die anwesenden Schüler haben die Schule im Siegerfoto gut vertreten. Der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Ganter, überreichte die Urkunde. In der Festrede, gehalten von Frau Anna Jasper-Martens, Managerin bei Vattenfall, wurde insbesondere die Vielfältigkeit und Vielschichtigkeit der Arbeit hervorgehoben, die nur dann entstehen kann, wenn viele Personen zusammenarbeiten und sich im Team einbringen. So ist der Preis auch ein Preis für die Schule und ihr Konzept, denn Teamarbeit wird bei uns gefördert und geübt. Wir bedanken uns bei euch allen für eure Beiträge.

Links:
Berliner Wirtschaftsgespräche www.bwg-ev.net

Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Ausstellungsort Schwimmbadempore
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Stadtobjekte und Krachmachermaschine am Ausstellungsort
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Warten auf die Preisverleihung
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Viel Prominenz und Zuschauer
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Band sorgt für Stimmung
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Spannung vor der Preisverleihung
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Der große Augenblick - die Preisverleihung durch Prof. Dr. Detlev Ganten
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Lilith, Avesta und Paula präsentieren ihre Urkunde
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012
Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012 Fritz-Karsen-Schule Projekt Zukunft Berlin: Organismus Stadt 2012