Dienstag, 25. April 2017

Ausbildungsmarkt der Fritz-Karsen-Schule

Das erklärte Ziel der Fritz-Karsen-Schule ist es, für alle jungen Menschen nach dem Verlassen der Schule eine Anschlussausbildung zu sichern. Das kann eine betriebliche Ausbildung sein oder eine überbetriebliche, das kann für Abiturienten ein Hochschulstudium, ein Duales Studium oder auch die Teilnahme am Freiwilligen Sozialen Jahr bedeuten. Das Konzept des Ausbildungsmarktes wird Teil des noch zu erarbeitenden Konzepts des dualen Lernens werden.

An die Zukunft denken

Die Fritz-Karsen-Schule ist eine Gemeinschaftsschule mit Grundstufe und den Sekundarstufen 1 und 2 und zeigt mit ihrem Ausbildungsmarkt den SchülerInnen unterschiedlicher Abschlüsse vielfältige Berufsperspektiven auf.

Der "Schritt ins Leben" ist die erste weitreichende Entscheidung für die jungen Menschen. Erste und wichtige Ansprechpartner für den Berufsfindungsprozess sind die Eltern, Geschwister und evtl. Freunde. Bei dem stetig wachsenden Angebot an neuen Berufen - es gibt ca. 360 Ausbildungsberufe - und einer komplexer werdenden Arbeitswelt ergeben sich sehr viel höhere Anforderungen hinsichtlich der Mobilität und der Flexibilität bezüglich der Arbeitsabläufe und -zeiten und auch die Berufsbilder selbst werden immer komplexer, zum Beispiel Mechaniker vs. Mechatroniker. Deshalb wird es für die Eltern immer schwieriger, bei der beruflichen Orientierung ein kompetenter Berater zu sein.

Darüber hinaus tendieren Jugendliche auch heute noch zu einer geschlechtsspezifischen Berufswahl in gewohnter Umgebung; nicht zuletzt weil es ihnen an Anregungen fehlt, sich weitläufiger zu orientieren.

Beruf kommt von Berufung

Die Qualifizierungsanforderungen in der Arbeitswelt nehmen seit Jahren zu und werden das auch in Zukunft tun. Der demografische Wandel hat eingesetzt; weniger Jugendliche bewerben sich auf den Arbeitsmarkt, was bei einigen Betrieben zu Nachwuchssorgen führt. Gleichzeitig öffnet sich die Schere zwischen den Erwartungen der Arbeitgeber und denen der Bewerber. Einerseits beklagen Firmen häufig mangelndes Interesse sowie inadäquates Profil. Andererseits bringen nicht alle SchülerInnen im erwarteten und notwendigen Maß wichtige Schlüsselqualifikationen wie Methoden-, Handlungs- und Individualkompetenz mit. Im Ergebnis dessen bleiben immer wieder zahlreiche Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz. So weiß die Berliner Morgenpost am 13.10.2010 zu berichten: "2009/2010 kamen in Berlin auf 13.039 Berufsausbildungsstellen 17.275 Bewerber. Davon bekamen 12.078 eine Ausbildungsstelle, und 5199 blieben unversorgt. Deutschlandweit kamen auf 445.914 Berufsausbildungsstellen 534.605 Bewerber, von denen 437.244 mit einem Ausbildungsplatz versorgt wurden. 97.361 Bewerber fanden keinen Platz." [1]

Gleichwohl haben die SchülerInnen in der Regel - und berechtigterweise - große Erwartungen hinsichtlich ihrer zukünftige berufliche Entwicklung und einige Ansprüche bezüglich ihres künftigen Lebensstandards. Unser Ausbildungsmarkt an der Fritz-Karsen-Schule soll nicht zuletzt auch dazu dienen, beiden Seiten - den Arbeitgebern und den SchülerInnen - realistische Vorstellungen zu vermitteln.

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen

Die Fritz-Karsen-Schule hat sich den neuen Herausforderungen in Sachen Arbeitsmarkt sowohl an die SchülerInnen als auch an die Schule gestellt. Neben der Vermittlung der klassischen Schulfächer ist das Thema Berufsfindung im Schulalltag fest integriert - Girls Day, Boys Day, WAT-Unterricht, Praktikum im 9. Jahrgang, Berufsfindungswochen im 10. Jahrgang, Schullaufbahn-Beratung. 2009 wurde das breite Spektrum berufsorientierender und -vorbereitender Maßnahmen um den Ausbildungsmarkt erweitert. Die Idee ist, nicht an Massen-Bildungsmessen teilzunehmen, sondern die Betriebe in die Schulen einzuladen. SchülerInnen können hier Berufe kennen lernen und direkt mit Ausbildern in Kontakt treten. Den Ausbildungsbetrieben andererseits wird die Gelegenheit geboten, Berufe vorzustellen, mit interessierten Bewerbern frühzeitig in Kontakt zu treten und Jugendarbeit zu leisten.

Verpflichtend ist diese Veranstaltung für die Sekundarstufe 1 ab 9. Jahrgang sowie für die Sekundarstufe 2. Für den 9. Jahrgang besteht die Möglichkeit, erste Eindrücke vom Berufsleben zu bekommen und eventuell einen Praktikumsplatz (drei Wochen im Januar) zu finden. Das Zeitfenster im Oktober ist aber auch für den 10. Jahrgang günstig, da sie sich ein Jahr vor Ausbildungsbeginn informieren und bewerben können. Die Sekundarstufe 2 hat die Möglichkeit, sich sowohl über Ausbildungsplätze als auch über das Duale Studium zu informieren.

[1] Atanackovic, Smilja: Sprung ins wahre Leben. Info: Messe für Schüler. Berliner Morgenpost Online. 13.10.2010. [http://www.morgenpost.de/familie/article1422324/Sprung-ins-wahre-Leben.html]. 12.11.2010.